Ob Neuerscheinung oder Klassiker - hier finden Sie Bücher, die wir Ihnen besonders ans Herzen legen möchten.

 

Kevin Sands: Der Blackthorn-Code

Das Vermächtnis des Alchemisten

London im 17. Jahrhundert. Christopher ist 14 Jahre alt und Lehrling bei Apothekermeister Benedict Blackthorn. Er lernt von seinem Meister nicht nur wie man Heilmittel gegen Hühneraugen und Warzen herstellt, sondern auch wie man schwierige Geheimcodes entschlüsselt und Rätsel löst. Doch dann geschehen seltsame Morde an anderen Apothekern in London. Ist etwa auch Meister Benedict in Gefahr?

Als Christopher eines Abends nach Hause kommt, findet er seinen Meister tot in der Apotheke.

Was ist passiert und warum hat Meister Benedict seinen Lehrling kurz vor seinem Tod weggeschickt? Zusammen mit seinem besten Freund Tom versucht Christopher die letzten Geheimnisse zu lüften, die sein Meister ihm hinterließ.

Wird er es schaffen, die Mörder von Benedict Blackthorn zu entlarven?

Ein spannendes Buch über Freundschaft und Abenteuer für Kinder ab 12 Jahren.

Man schließt die drei Hauptcharaktere ab dem ersten Auftreten fest ins Herz und möchte nicht mehr aufhören zu lesen. Und so ganz nebenbei lernt man als Leser noch einiges über London und die Welt im 17. Jahrhundert.

Auch in den beiden folgenden Bänden erleben Christopher und seine Freunde rasante Abenteuer. Im zweiten Band Der Blackthorn-Code – Die schwarze Gefahr müssen sie ein Mittel gegen die Pest finden, die in London wütet, und im dritten Band Der Blackthorn-Code – Das Geheimnis des letzten Tempelritters reisen Christopher und seine Freunde nach Frankreich an den Hof des Sonnenkönigs, um dort ein Attentat auf die englische Königsfamilie zu verhindern.

(Jessica Riedel)

 

 


 

Hendrik Groen: Eierlikörtage

Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre

Henk lebt seit kurzem in einer Seniorenresidenz. Und er hat Schwierigkeiten, sich mit dieser Situation abzufinden. Um zu vermeiden, dass er als 'der unhöfliche Alte' unangenehm auffällt, beginnt er Tagebuch zu schreiben. Sein zum Frustabbau geplantes Tagebuch kann ich jedem Leser ans Herz legen.

Dienstag, 1. Januar 2013

Auch im neuen Jahr hab ich für Senioren nichts übrig. Dieses Geschlurfe hinter Rollatoren, diese völlig deplazierte Ungeduld, dieses ewige Gejammer, diese Kekse zum Tee, dieses Geseufze und Gestöhne.

Ich bin 83 1/4 Jahre alt.

(Seite 5)

Auch an Henk gehen natürlich die Einschränkungen des Alters nicht spurlos vorüber, aber er ist nicht der Typ, der sich zurückzieht. Er hat einen Freund, der die Fische im Aquarium mit Keksen oder Schnaps füttert und auch ansonsten ein leidenschaftlicher Unruhestifter ist. Zusammen mit wenigen anderen Senioren gründen sie den rebellischen Club 'alt aber nicht tot' und genießen das Abenteuer Leben.

Henks Tagebuch ist großartig: Witzig, traurig, sarkastisch, klug und melancholisch.

Der Alltag im Seniorenheim ist kein (oder buchstäblich nur noch) Zuckerschlecken - aber mit Henk will man unbedingt dabei sein.

(Tanja Bethke)

 

 


Gesa Neitzel: Frühstück mit Elefanten

Als Rangerin in Afrika

Gesa ist 27 Jahre alt, arbeitet beim Fernsehen in Berlin und ist ziemlich unglücklich. Schon lange träumt sie davon, sich in Afrika zur Rangerin ausbilden zu lassen - aber kann sie das alles überhaupt? In ein fremdes Land reisen, ihre Familie und ihre Freunde zurücklassen und mit wilden Tieren arbeiten? Gute Frage – Gesa lässt es einfach darauf ankommen. Sie vermietet ihre Wohnung, kündigt ihren Job, bucht ein Flugticket und einen Rangerkurs in Südafrika. Immer begleitet von der Stimme der Vernunft, die ihr von all den Abenteuern abrät.Sie wagt den großen Schritt, der ihr ganzes Leben durcheinanderwirbeln wird.In Südafrika lernt Gesa nicht nur alles über die wilden Tiere des Kontinents sondern trifft auch viele interessante Menschen aus allen Teilen der Welt.

Ein wundervolles Buch für Abenteurer, Tierliebhaber und Träumer. Man hat beim Lesen das Gefühl selbst etwas total verrücktes zu tun und aus dem grauen Alltag auszubrechen.

Denn seien wir mal ehrlich - einen etwas verrückten, unwarscheinlichen Traum hat doch jeder.

(Jessica Riedel)


Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch

Rico und Oskar sind mittlerweile in fast jedem Kinderzimmer bekannt. Zum Glück, denn diese außergewöhnlichen Freunde haben das Zeug zum modernen Kinderbuchklassiker: Herzerwärmend ehrlich und genial witzig erzählen Andreas Steinhöfels Geschichten von zeitlosen Phänomenen der Freundschaft, der Familie und dem Leben in der Stadt. Aus der besonderen Perspektive des tiefbegabten Rico Doretti wird der Alltag so treffend, klarsichtig und witzig auf den Punkt gebracht, dass ganz nebenbei Philosophisches entsteht. Andreas Steinhöfels Bücher sind das, was Astrid Lindgren heute schreiben würde, wenn ihre Helden in der Großstadt leben würden.

Der neueste Band um Rico und Oskar spielt am 24. Dezember und beginnt mit einem launigen Einkauf bei Karstadt am Hermannplatz, wartet mit einer Tannenbaumszene auf, bei der vor Lachen sicherlich kein Auge trocken bleibt und erzählt in drei Rückblicken die Geschichte einer traumhaften Sommerfreundschaft, die ein abruptes Ende nahm. Doch an Weihnachten können Wunder geschehen – so können Freundschaften auferstehen, wenn „der Checker“ zerknirscht vor der Tür steht und dem hochbegabten Oskar plötzlich alle Intelligenz nicht mehr hilft, weil er ein ungeheures Geheimnis bewahrt hat.

Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch eignet sich sowohl zum Selberlesen als auch zum Vorlesen für die ganze Familie. Das furiose Weihnachtsabendfinale ist so turbulent und spannend, wie es sich für ein gutes Kinderbuch gehört - und das Ende so schön und rührend, wie man es sich für ein gutes Weihnachtsbuch nur wünschen kann.

Zuletzt noch ein wenig Bildung aus Ricos Erklärungen schwieriger Wörter:

 SUBTIL: Wenn etwas so unauffällig ist, dass

man es fast nicht bemerkt. Neulich auf dem

Rixdorfer Weihnachtsmarkt hat mir zum Beispiel

der Bühl einen Crêpe gekauft, der auffällig

subtil mit Nutella bestrichen war. Vermutlich

bestellt man besser Nutella mit Crêpe. “ (Seite 71)

 

Ein Buch zum Selberlesen ab 10 Jahren, zum Vorlesen ab ca. 6 Jahren

mit farbigen Bildern von Peter Schössow

(Tanja Bethke)

 


 

Robin Stevens: Teestunde mit Todesfall (Ein Fall für Wells & Wong)

 

Hazel Wong verbringt die Ferien auf dem Landgut der Familie Wells in Fallingfort, denn Daisy Wells ist nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch ihre Partnerin in der Detektei “Wells & Wong”. Hazel freut sich auf ein paar entspannte Tage mit Daisys Familie doch schon bald wird den Freundinnen klar, dass daraus nichts wird. Der zwielichtige Mr. Curtis, den Daisys Mutter eingeladen hat, schleicht im Herrenhaus herum und verhält sich äußerst verdächtig. Er scheint etwas im Schilde zu führen. Als Mr. Curtis bei Daisys Geburtstagsbrunch vor aller Augen vergiftet wird ist den beiden Detektivinnen sofort klar, dass einer der Gäste der Mörder sein muss. Die Mädchen beginnen zu ermitteln, denn draußen tobt ein Sturm und der Polizei ist es unmöglich nach Fallingfort zu gelangen.
 
Für mich war “Teestunde mit Todesfall” ein außergewöhnliches Kinderbuch, denn es eignet sich durch seine klassische britische Krimistruktur und seine cleveren Charaktere sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Manchmal bemerkt man gar nicht, dass man ein Kinderbuch liest. Die Fälle der Detektei “Wells & Wong” sind einfach spannende Geschichten für alle Leser.

(Jessica Riedel)

 


Nele Neuhaus: Im Wald

Als Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander zu einem brennenden Wohnwagen im Wald gerufen werden, wissen sie noch nicht, dass ein Mann bei dem Brand ums Leben gekommen ist. Schnell stellt sich heraus, dass der Tote ermordet wurde und es soll nicht bei einem Mord bleiben. In kurzer Zeit werden zwei weitere Einwohner das kleinen Örtchens Ruppertshain ermordet. Hängen die drei Morde zusammen? Schon bald führt eine Spur 40 Jahre in die Vergangenheit. Was hat das Verschwinden von Oliver von Bodensteins bestem Freund Artur im Sommer 1972 mit den Morden zu tun und warum wollen viele Dorfbewohner die alte Geschichte lieber ruhen lassen?

 

Großartiger Krimi der Bestseller Autorin Nele Neuhaus. Sympathische Hauptcharaktere und eine super spannende Handlung. Ich habe sofort Lust bekommen alle anderen Taunus Krimis der Autorin zu lesen. Toller Krimi-Schmöker grade jetzt für die kalte Jahreszeit.

(Jessica Riedel)

 

Nicolas Campbell: Der magische Spiegel - Piraten ahoi!

Die Ferien fangen an und Luis hat überhaupt keine Lust den ganzen Sommer auf dem verstaubten Anwesen seines Großvaters zu verbringen.
Doch als er mit seiner Cousine Jade auf dem Dachboden einen magischen Spiegel findet und direkt auf ein Piratenschiff katapultiert wird, beginnt eine abenteuerliche Reise.
Die beiden müssen sich gegen fiese Piraten behaupten und auf hoher See gegen Haie kämpfen. Als die Piraten Luis Hund Razz als Geisel nehmen, müssen er und Jade sich sogar mit spanischen Seeräubern verbünden um Razz zu retten.


Eine spannende Abenteuergeschichte für Kinder ab 8 Jahren, die auch mir großen Spaß beim Lesen gemacht hat und es gibt sogar eine Fortsetzung - Der magische Spiegel - Cowboys und Banditen.

(Jessica Riedel)


Tom Cooper: Das zerstörte Lebend des Wes Trench

Ein Südstaatenroman

Stechende Hitze, ein dampfender Urwald, tropfende Sümpfe - Tom Coopers Roman könnte ein echter Südstaaten-Klassiker werden. In einer kleinen Stadt in einer Bayou-Bucht ist seine Geschichte angesiedelt und wird bevölkert von eigenwilligen, verschrobenen Figuren. Ein Anwalt, der gern skrupellos wäre, ein Mann, dem seine Armprothese gestohlen wird, ein junger Mann, der versucht, seinem Leben eine Richtung zu geben und eine Insel als üppige Hanfplantage.

Die Bewohner das Ortes, vornehmlich die Shrimpfischer, hatten nie ein leichtes Auskommen, doch der Hurricane Katrina und die Ölpest nach einem Bohrinsel-Unglück, machen das Leben düsterer und bedrohlicher.

Der Geschichte wohnt ein tragischer Humor inne und einige Episoden wirken wie von Quentin Tarantino entworfen.

Abgesehen vom Titel (Deutsch: Das zerstörte Leben des Wes Trench, im Original: The Marauders - beide Titel engen das Spektrum des Romans zu sehr ein) ein nahezu perfektes Buch.

(Tanja Bethke)


Dorothy Baker: Zwei Schwestern

Cassandra und Judith sind Zwillingsschwestern. Von Geburt an eng verbunden, eine gemeinsame Wohnung während des Studiums, ein dekadentes aber liebevolles Zuhause auf dem Land - Cassandra sieht idyllische Zweisamkeit auch für die Zukunft vor sich. Doch Judith bricht aus, möchte ein eigenes Leben beginnen. In Cassandra, nach der ungewollten Prophetin Trojas benannt, erheben sich ihre inneren Dämonen.

Eine faszinierende Geschichte über Zwillingsschwestern Fluch und Segen dieser besonderen Verbindung. Stilistisch brilliant, tief psychologisch und ohne offensichtlich zu psychologisieren hat Dorothy Baker 1962 einen Roman geschaffen, der alle Leser von John Williams' 'Stoner' und Sylvia Plaths 'Glasglocke' begeistern wird. Und hoffentlich auch alle anderen!

(Tanja Bethke)